RICHTER  REISEN


Das Bild zeigt Leucea conifera, deren Blütenstand oft auf den Trockenwiesen der Causses zu sehen ist und durch Größe und weiße Farbe auffällt. "Conifera" deshalb, weil die geschlossenen Blüten an Kiefernzapfen erinnern. Für mich ist sie neben der Silberdistel ein botanisches Merkmal dieser wunderbaren Hochflächenlandschaften, eine Charakterpflanze also.


Geologie und Paläontologie der Grands Causses
und ein bisschen Midi...

Terminänderung - einen Tag vorverlegt:
4. bis 12. Mai 2012 (9 Tage)

Exkursionsstandort: Hôtel le Moderne**, Saint-Affrique (0033-565492044)

Exkursionspreis: 1495 €
Dank positiver Kooperation mit unserem Hotel und dem Bus-Unternehmen können wir den Reisepreis aus dem Jahr 2009 halten - es gibt keine Steigerung gegenüber dem Reisepreis von 2009!

Einzelzimmer ausgebucht.

Anreise:
Augsburg - Dettingen - Kirchheim/Teck - Karlsruhe - Mulhouse - Clermond-Ferrand - Millau - Saint-
Affrique.
Bei dieser Exkursion gibt es wegen der Verlagerung des Busbahnhofes keinen Zustiegshalt in Stuttgart.
Wenn Sie damit Probleme haben, dann rufen Sie uns an - wir finden zusammen eine Lösung!

Exkursionsablauf:
4. Mai: Anreise bis Saint-Affrique (wir wohnen im Hôtel le Moderne**).
5. bis 11. Mai: Exkursionen im Bereich der Grands Causses, nach Graissesac und Lodève
sowie ein ganztägiger Ausflug ans Mittelmeer.
12. Mai: Rückreise bis Kirchheim/Teck bzw. Augsburg.

Ausrüstung
Geologenhammer, Fäustel und Meißel; für die Karbon-, Perm- und Trias-Schichten ein besonders breiter Flachmeißel (Steinmetzmeißel); dünnflüssiger Sekundenkleber, feste Schuhe und Gummistiefel, sicherheitshalber Regenkleidung, reichlich Verpackungsmaterial (Zeitungspapier) und Beutel, druckfeste kleine Behältnisse für empfindliche Fundstücke.
Reichlich auch virtuellen Speicherplatz für Landschaft, Geologie und Aufschlüsse!


Und wieder einmal "die" klassische Südfrankreichreise!
Freuen Sie sich schon auf grandiose, herbe und liebliche Landschaften, eine interessante Pflanzenwelt,
hübsche Städte und malerische Dörfer und schließlich eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten!
Und freuen Sie sich auf Schicht und Fossil - wir werden zusammen viel sehen, lernen und sammeln.


Topographische Karte Frankreichs; Bild Wikipedia.

Die Aufschlüsse sind so gewählt, dass sowohl die weniger Aktiven in der Nähe des Busses als auch die gut Konditionierten teils weitab - und teils schwierig zugänglich (dann aber meist mit ganz besonderen Funden) sammeln können. Wir sind im Oktober 2011 nach Süden gefahren, um einige neue Fundstellen zu lokalisieren und leichtere Anmarschwege zu bekannten Stellen zu finden. Es war harte Arbeit (ahem), aber wir waren erfolgreich.

Die Anordnung der im folgenden gezeigten Kapitel entspricht nicht dem chronologischen Ablauf der Exkursion.
Wir zeigen bewusst auch sehr viele Bilder mit allgemeinem Inhalt, also abweichend von Geologie und Fossilien, um einen Gesamteindruck von unserem Exkursionsgebiet geben zu können. Damit wird diese Präsentation insgesamt interessanter, anregender und auch hilfreich für die Vorbereitung eigener Exkursionen.

Die Bestimmungen der rezenten Pflanzen und Tiere wurden von Siegfried Wiescholek durchgeführt - herzlichen Dank!
Und herzlichen Dank an Freunde für die Überlassung einiger der hier gezeigten Bilder: Dino Bertossa,
Waltraud Kaipf, Uwe Kunze, Joachim Lehmann, Günter Richter, Erich Stein, Siegfried Wiescholek.
Alle anderen Fotos (ohne Namensangaben im Bild) Gabo und Andreas Richter.

122 Seiten, 375 Abbildungen.
Ich muss mich fast entschuldigen wegen des ungewöhnlichen Umfangs dieser virtuellen Exkursions-Präsentation. Aber bei der Zusammenstellung der Exkursionsziele, bei Bildsichtung und Ausarbeitung gingen meine Begeisterung und meine Liebe zu dieser Landschaft mit mir durch und ich konnte mich einfach nicht bremsen. Wohl haben wir dann doch um einiges gekürzt, aber es ist immer noch sehr viel geblieben. Nehmen Sie es als eine Führung durch die Causses und ein "bisschen" Midi.
Ich hoffe, es wird Ihnen gefallen.

© 2011 Andreas Richter.

Die Exkursion dient dem Kennenlernen der vielfältigen Landschaftsformen vom Mittelgebirge der Cevennen im Norden bis zu den Sandstränden der Camargue im Süden und sie dient dem Kennenlernen von Schicht, Fazies und Fossilinhalt. Das stratigraphische Spektrum reicht vom Karbon über Perm und Trias bis zum Jura.
Wir sehen interessante geologische Erscheinungen und sammeln die charakteristischen Fossilien, von wohlerhaltenen karbonischen Pflanzen bis hin zur reichen verkiesten Ammonitenfauna des Unterjura.

Die Hochflächenlandschaften der Causses sind zu allen Jahreszeiten stimmungsvoll. Und sie sind einsam, sehr einsam. Sie liegen weit im Süden Frankreichs, südlich des uralten Zentralmassivs. Die tief zerschluchtete Hochflächenlandschaft der Causses besteht aus Juraschichten, abgelagert im ehemaligen kleinräumigen Meeresbeckens des Golfe des Causses. Markant sind vor allem die hellen steil aufragenden Kalkrippen des Mittel- und Oberjura.

In den Randbereichen der Causses sind die Hochflächen in Auslieger- und Zeugenberge aufgelöst, die Täler werden weit mit milden Hügellandschaften. Kleine Dörfer, alte Bauernhöfe und hin und wieder eine Burg zieren das Land.

Kommt man oft oder geht man auch mal in sehr abgelegene Winkel, dann lernt man natürlich auch besonders pittoreske Winkel kennen und trifft nette Leute, Sammler und auch ganz "normales" Volk.

Besondere Aufmerksamkeit und viel Zeit werden wir den Schichten des oberen Unterjura (Toarcien) der Grands Causses widmen. In den Terres Noires - vegetationslosen weitgedehnten Mergelhängen im Bereich einsamster Hochflächenlandschaften - sammeln wir verkieste Ammoniten (es kommen über 180 Arten vor), dazu Belemniten, Muscheln, Schnecken und Brachiopoden. Das Wandern durch einsame stark zertalte Landschaften, das Aufspüren neuer fossilführender Hangflächen und das Aufsammeln der Fossilien machen viel Spaß.

Die Durchschnittsgröße dieser Fossilien ist zwar gering, dafür aber können wir viele Arten in manchmal großer Individuenzahl aufsammeln. Die Fossilien sind oft wunderschön! Die ursprünglich verkiesten Ammoniten sind manchmal durch langes oberflächennahes Liegen oxidiert und oft schön braun, mitunter sogar goldfarben.

Es besteht auch die Möglichkeit zu interessanten botanischen Studien - die Vielfalt der Pflanzenwelt, u.a. die reiche Orchideenflora (vor allem Orchis, Dactylorhiza...) erfreut den botanisch Interessierten.

Der Besuch zahlreicher touristischer Sehenswürdigkeiten ist in idealer Weise zwanglos in unser geologisch-paläontologisches Programm eingefügt.

Wir werden kennenlernen:

Die bis 400 Meter eingeschnittene Tarnschlucht, die grandiose Tropfsteinhöhle Aven Armand mit ihren einmaligen Blumenkohl-Stalagmiten, die markante Karstlandschaft des Larzac, die Kreuzritterstation Couvertoirade, das weltberühmte Käsedorf Roquefort-sur-Soulzon (wir besuchen eine der Käsehöhlen im Combalou), die Mittelmeerküste, die Kreuzritterstadt Aigues-Mortes mit einmaligen mittelalterlichen Festungsanlagen und den betriebsamen Fischerhafen Grau-du-Roi, die hübsche Kleinstadt Lodève mit einem schönen Museum, die Kapitale der Causses - Millau, mit liebenswerter Altstadt und einem großartigen geologisch-historischen Museum, das Dino-Museum bei Mèze, wo man Exponate bewundern kann unmittelbar im Bereich aktiver Grabungsflächen, und wir besuchen einen Weinbauern nahebei mit einem guten Roten, auf dessen Weinbergen wir nach
Dino-Eischalen suchen werden, usw. usw.

Landschaft und Fossilien der Grands Causses und ein wenig Midi -
eine Reise, die Ihnen gefallen wird! Fahren Sie mit!

Na ja, es sind schon einige Kilometer zu fahren, aber es gibt so viel zu erzählen und zu erklären, man unterhält sich und man sieht natürlich auch ständig Neues, wenn auch nur im Vorbeifahren. Hier passieren wir gerade Clermond-Ferrand mit dem Puy de Dôme, dem höchsten der Vulkanberge in der Auvergne.

Wir halten auch mal an einem Rastplatz mit dem Restaurant des Volcans, von wo aus man einen besonders schönen Blick auf die Vulkanketten hat. Und natürlich gibt es auch niedliche "Geo-Souvenirs" in Form von vulkanisch geschmückten Gebrauchsgegenständen wie dieser Tasse.

Wir passieren schließlich Sévérac-le-Château und fahren nun schon auf Causse-Landschaft, dann auf dem Viadukt
vorbei an Millau und schließlich die letzten paar Kilometer bis Saint-Affrique.

Die unmittelbar an der Sorgue gelegene Stadtkirche mit dem um 1270 erbauten Pont Vieux.

Der kleine Ort mit rund 8000 Einwohnern liegt im Tal des Flusses Sorgue, unmittelbar unterhalb des Causse du Larzac. Der Name der Stadt geht zurück auf den Heiligen Affrique, der hier im 6. Jahrhundert starb und in einem Sarkophag in der Gemeindekirche ruht. Die Stadt gehört zum Département Aveyron (Region Midi-Pyrénées).

Im Osten der Stadt liegen die Jura-Hochflächen der Causses, im Süden und Westen permotriassische Roterde-Landschaften (Rougier de Camarès), im Norden das Plateau de Lévézou, ein paläozoisches Metamorphit-Massiv.

Und hier ein Bild unseres Hotels, des Hôtel le Moderne. Wie alle Häuser mit diesem Namen ist das Haus schon älter, aber wohlgepflegt und mit schönen modernisierten Zimmern. Sie werden sich wohl fühlen!

Der Speisesaal. Hier werden wir in angenehmer Atmosphäre dinieren.

Eine kleine Auswahl der Gerichte, die wir bei unserem kürzlichen Aufenthalt kennenlernen durften. Und alles war vorzüglich! Wir freuen uns jetzt schon auf die guten Diners im Mai.

Der Patron, M Jean-François Decuq, beim Vorlegen des berühmten Käsetellers:
Man kann zwischen vielerlei Roquefort-Sorten wählen (natürlich gibt es auch andere Sorten...).

 

Ein ganz herrlicher Wein ist dieser Gaillac; wohl, er ist nicht billig, aber wir hoffen sehr, dass im Mai noch einige Flaschen vorrätig sein werden. Auf dem rechten Bild sehen wir ein im Speisesaal aufgestelltes Dekorations-Objekt - einen großartig erhaltenen Mammutzahn, wohl aus der Sorgue.


Zuerst ein Blick auf eine typische Causse-Landschaft: Eine karge und einsame Gegend sind die Hochflächen der Causses, und knorrig gewachsen sind die Bäume und Bäumchen - lieblich ist hier oben nichts. Aber es ist wunderschön, und wenn man öfters kommt, wird man vielfältige Stimmungen kennenlernen - und man wird immer wiederkommen!

Hier eine Pflanze, die wir nach der Herbstform "Silberglöckchen" nennen. Offiziell heißt sie Catananche caerulea.

Auch an den alten Häusern in Dorf und Stadt gibt es wunderbare Details kennenzulernen, und die Silberdistel findet man überall
als Schmuck an Tor und Tür.

Und vielleicht lernen wir auch Marianne kennen, wenn auch nur als Büste wie hier auf dem Dorfplatz von Le Caylar.

Das ist eine ganz typische Gruppenaufnahme - es gibt immer was zu sehen, und man will natürlich auch die Eindrücke mit nach Hause nehmen und anderen zeigen können. Also wird viel fotografiert.

Geologische Skizze der Grands Causses, mit der Lage eines Profils im Granit-Komplex der Margeride, bei les Salces, wo der Kontakt zwischen Granitsockel und Jura-Transgressiv erschlossen ist (siehe LEITFOSSIL.de: Granit-Jurakalk-Grenze im Zentralmassiv (Andreas E. Richter; 29.7.2007; Geologisches; 12 S., 12 Abb.). Die Hochflächen selbst bestehen aus (weitgehend fossilleeren) Mittel- und Oberjura-Kalken und -Dolomiten, der Unterjura streicht im Vorland aus und ist in den Hangbereichen der Täler erschlossen. Die Vulkanite im Aubrac und Escandorgue sind sehr jung.

Eine stratigraphische Tabelle als Rüstzeug für unsere Geländearbeit: Biostratigraphische Zonierung des Domérien und Toarcien in den Grands Causses, verändert nach GUEX 1975, GABILLY 1976 und SCIAU 1993.

Und so liegen sie herum, die verkiesten Fossilien, oberflächlich angereichert und durch längeres oberflächennahes bzw. oberflächliches Liegen oxidiert zu sympatischen Braunfarben. Vor allem in den Ausläufen der kleinen aus den steilen Hängen kommenden Bachläufe sammeln sich Fossilien an. Freilich liegt da viel Bruch, aber immer wieder sind guterhaltene Stücke dabei.

Ein Bild mit vier Ammoniten, um auf Besonderheiten und Erhaltung hinzuweisen. Oben links ein geschliffenes und poliertes Osperleioceras bicarinatum, meisterhaft bearbeitet von meinem Vater Erich Richter. Das Gehäuse besteht aus Schwefelkies, die Kammerfüllungen sind aus Kalkspat (weiß und transparent), Schwerspat (gelblich) und Zinkblende (schwarz); Durchmesser 4,3 Zentimeter. Solche Schliffpräparate können ohne großen Aufwand angefertigt werden mit Schmirgelpapier, Filz und Polierpaste.  Oben Mitte ein wunderbar golden oxidierter Buckmannites buckmanni aus dem Obertoarc; Durchmesser 1,7 Zentimeter.  Oben rechts ein golden oxidiertes Hildoceras aus dem unteren Toarcien (Bifrons-Zone), genau so schön wie die fränkischen Goldschnecken. Durchmesser ca. 2,5 Zentimeter.  Der große Ammonit ist ein mit rund 14 Zentimetern schon recht großes Lytoceras cornucopiae, mit calcitischer Schale und teilverkiestem Phragmokon, mechanisch freipräpariert. Der noch vorhandene Wohnkammerteil ist flachgedrückt, das Phragmokon aber körperlich erhalten. Der Fund stammt aus einer Steilwand. Aber so was findet man wirklich nur alle paar Jahre.

Tafel mit 64 Ammoniten aus Domérien und Toarcien, um die Formen und die Erhaltungs-Vielfalt aufzuzeigen. Die Ammoniten messen zwischen knapp 2 und 7 Zentimeter. Es sind teils sehr häufige, aber es sind auch einige recht seltene Formen dabei.

"Pathologische" Ammoniten, also Gehäuse mit Abweichungen von der Normalausbildung von Form und Skulptur ("Anomalien"), findet man natürlich auch immer wieder. Formen wie die hier gezeigte sind leicht erkennbar, aber es gibt auch Stücke mit recht unscheinbaren Anomalien. Schauen Sie Ihre Funde genau an! Hier ein Grammoceras striatulum (SOWERY, 1823). Der Ammonit wurde beidseitig punktuell verletzt, mit geringfügigem Versatz, möglicherweise durch einen Krebsbiss. Er konnte die Strukturabweichung aber sehr schnell wieder ausgleichen. Unterjura; oberes Toarcien (Toarcense-Zone). Causse de Mende bei Mende, Département Lozère/Südfrankreich. Durchmesser 3,3 Zentimeter. Sammlung Dieter Gassner.
Siehe hierzu auch LEITFOSSIL.de (2007): Pathologische Südfranzosen (Ammoniten) (Andreas E. Richter; 6.6.2007; 3 S., 6 Abb.) und: Dieter's kleines Hospital - "kranke" Ammoniten (Andreas E. Richter; 15.11.2007; S., 2 Abb.).

Einige Formen aus der Beifauna des Domérien und Toarcien:

1. Auf Belemnitenrostrum aufgewachsene Plicatula; Domérien; max. 1,2 Zentimeter.
2. Gibbirhynchia amalthei, Brachiopoden aus dem Domérien; max. 1 Zentimeter.
3. Gagatisiertes Holz; solche Hölzer kommen im Domerien und Toarcien vor; max. 4 Zentimeter.
4. Plicatula spinosa, kleine Muscheln aus dem Domérien, max. 2,4 Zentimeter.
5. Phalange (Paddelknochen) eines Ichthyosauriers; unteres Toarcien; ca. 4 Zentimeter.
6. Pleurobelus compressus, Belemnitenrostren aus dem Domérien; max. 3 Zentimeter.
7. Kleiner Ichthyosaurier-Wirbel; oberes Toarcien; 1,4 Zentimeter.
8. Ganoidschuppen des Fisches Lepidotes elvensis (BLAINVILLE). Toarcien. max. 2,7 cm.
9. Amphitrochus subduplicatus; Schnecke aus dem oberen Toarcien; ca. 2,5 Zentimeter.
10. Nautiliden-Kiefer (Rhyncholith); oberes Toarcien; 2,2 Zentimeter.
11. Operculum der Schnecke Neritopsis philea ORBIGNY; oberes Toarcien; 1,9 Zentimeter.
12. Ein riesiger Ichthyosaurierwirbel; oberes Toarcien; Durchmesser 16 Zentimeter.
Siehe hierzu LEITFOSSIL.de (2007): Ichthyosaurier-Riesenwirbel aus den Causses! (Andreas E. Richter; 21.2.2007; 6 S., 7 Abb.) und LEITFOSSIL.de (2011): Temnodontosarus-Wirbel aus dem Toarcien der Grands Causses/Südfrankreich  (Andreas E. Richter; 14.5.2011; Konglomerat; 6 S., 7 Abb.).

Oben links Mergelhänge mit eingeblendeten frisch aufgelesenen Ammoniten. Sie gehören weitgehend zu Osperleioceras bicarinatum und Osperleioceras sp.; etwas steil gestellt sieht man rechts ein Phymatoceras. Links unten liegt das dann gewaschene und schließlich in Großaufnahme vorgestellte Catacoeloceras dumortieri. Dieser Ammonit war das LEITFOSSIL-Monatsfossil im November des Jahrgangs 2008.

Aber nun - auf gehts, zum Sammeln!

Wir besuchen Lokalitäten mit Schichten des Domérien/Toarcien in vier Regionen - im Norden am Causse de Mende, im Zentrum der Grands Causses wenig nördlich des Tarn, im Süden um das Plateau de Guilhaumard und im Westen unweit von Roquefort-sur-Soulzon.

Manchmal muss man schon ein wenig wandern, um zu den Lokalitäten zu kommen, aber wir machen das in aller Ruhe, und weil man zwischenrein immer wieder mal stehen bleibt, um sich umzusehen oder zu fotografieren, gestalten sich auch solche Strecken eher wie ein erholsamer Spaziergang.

Bergauf, bergauf, bergauf, und dann erreichen wir unsere Fundstelle, tiefe Schluchten, die aber relativ gut begehbar sind. Jetzt noch ein Stückchen bergab, und dann können wir sammeln!

Hangauf, hangab, und vor allem auch auf die Bachrisse und kleinen Rinnen achten!

Auf den ebenen Flächen liegen manchmal viele zusammengespülte Ammoniten. Die meisten freilich sind klein, aber es gibt auch größere Exemplare.

 

Man findet auch mal rhynchonellide Brachiopoden, wie die hier von Walter Pache gezeigten Stücke der Art cf. Rhynchonella ruthenensis. Sehr häufig sind solche Fossilien in diesen Schichten allerdings nicht, weil der damalige Meeresboden für eine Besiedlung durch festgewachsene (fixisessile) Organismen nicht geeignet war. Auf dem rechten Bild sehen wir als Beispiel für die Schneckenfauna zwei schalenerhaltene Exemplare der Art Pseudalaria patrocla, die man normalerweise meist nur als Steinkerne findet. Beim rechten Exemplar ist die Mündung erhalten - sehr selten!

 

Oben links die ersten drei Ammoniten, die einer der Exkursionsteilnehmer in seinem Leben gesammelt hatte! Er war 2009 als Neueinsteiger dabei und machte seine Sache gut! Rechts ein großer Polyplectus discoides, daneben ein Paroniceras sternale, eine eher selten belegte Art (Sammlung Richard Fuchs).

Richters Andy hat schon zwei Handvoll gesammelt und ein Bild gemacht. Maßstab ist der silberne Feld-Korkenzieher mit etwa 8 Zentimetern Länge.

Die im Gelände meist markant auftretende "Wasserfallbank", bestehend aus den Schistes-Carton, dem untersten Toarcien (regional noch unterlagert von einer geringmächtigen Kalkbank mit calcitisch überlieferten ungedrücken Ammoniten). Auf diese "Papier-Schiefer"-Schichten treffen wir vielerorts, und sie sind ein guter lithologischer Leithorizont - unterhalb steht das Domérien an, oberhalb das Toarcien. Das obere Bild zeigt die Papier-Schiefer-Geländestufe bei der oben gezeigten Lokalität.

In einem alten Steinbruch in den fossilreichen Kalken des Carixien - zu Abbauzeiten ein Paradies für die Fossiliensammler - wird heute Erdaushub gelagert, meist Kalke aus dem Carixien oder auch dunkle Tonmergel aus dem Domérien.

Eingeblendet eine Handvoll Fossilien aus dem Domérien: Der goldene Ammonit gehört vermutlich zur Art Reynesoceras raggazoni, einer hier in den Causses eher seltenen Mediterranform. Der Brachiopode ist eine Zeilleria scalprata; das Belemnitenrostrum ist vermutlich ein jugendlicher Passaloteuthis. Der kleine Amaltheus ist ein A. subnodosus, der große ein typischer Amaltheus margaritatus; Sammlung Renate Kleikamp. Das andere Bild zeigt eine kleinePlagiostoma mit Schwefelkies-Harnisch.

Uwe Kunze beim Freilegen eines größeren Cenoceraten; das eingeblendete Bild zeigt das Ergebnis der erfolreichen Arbeit. Leider sind solche Fundstücke rar geworden. Man kann allerdings auf frische Aushub-Schüttungen hoffen.

Nicht selten sahen wir während der Exkursionstage Szenen wie diese - man bemüht sich um möglichst gute Bilder von Flora und Fauna und nimmt dafür unbequeme Verkrümmungen in Kauf. Und meistens hat es sich gelohnt - siehe die folgenden Bilder!

1) Milzfarn (Ceterach officinarum; Foto Günter Richter).  2) Neapolitanischer Lauch (Allium neapolitanum; Foto Siegfried Wiescholek).  3) Schlüsselblume (Primula officinalis; Foto Heinrich Kurz).  4) Spornblume (Centranthus ruber; Foto Siegfried Wiescholek).  5) Schopfige Kreuzblume (Polygala comosa; Foto Siegfried Wiescholek).  6) Roter Bocksbart (Tragopokon porrifolius; Foto Gabo/Andreas Richter).  7) Leberblümchen (Hepatica nobilis; Foto Gabo/Andreas Richter).  8) Schachblume (Fritillaria meleagris; Foto Günter Richter).

1) Zungenständel (Serapia cf. olbia; Foto Siegfried Schwaiger).  2) Puppen-Orchis (Aceras anthropophormum; Foto Siegfried Wiescholek).  3) Gelbe Ragwurz (Ophrys lutea; Foto Richard Fuchs).  4) Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes; Foto Siegfried Schwaiger).  5) Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea; Foto Bernd Sendzik).  6) Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula; Foto Bernd Sendzik).  7) Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina; Foto Siegfried Schwaiger).  8) Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea; Foto Siegfried Schwaiger.  9) Purpur-Knabenkraut, ein weißer Hybrid (Orchis purpurea; Foto Richard Fuchs).  10) Rotes Holunderknabenkraut (Dactylorhiza latifolia; Foto Siegfried Wiescholek).  11) Stattliches Knabenkraut (Orchis mascula; Foto Uwe Kunze). 12) Affen-Orchis (Orchis simia; Foto Siegfried Wiescholek).

1) Holzbiene (Xylocopa iris; Foto Achim Lehmann).  2) Schwalbenschwanz (Papilo machaon; Foto Waltraud Kaipf).  3) Kreuzotter (Vipera berus; Foto Uwe Kunze).  4) Röhrenspinne (Eresus cinnaberinus; Foto Uwe Kunze).  5) Fangschrecke (Empuse pennata; Foto Uwe Kunze).

Blick ins Tarn-Tal mit Millau; von rechts kommt die hier nicht sichtbare Dourbie. Die Oberfläche der Zeugen-/Ausliegerberge besteht aus Mitteljura-Kalken, die meist als markanter Steilabfall ausgebildet sind.

Millau ist eine liebenswerte Kleinstadt mit rund 30000 Einwohnern, schön gelegen am Zusammenfluss von Tarn und Dourbie, nördlich des Causse du Larzac. Sie ist der Hauptort der Grands Causses und wie so viele Orte hier zurückgehend auf eine römische Gründung: Aemilianum castrum. Die Lage im hier geweiteten Tarntal ermöglicht intensive Landwirtschaft.

Ein Wahrzeichen der Stadt sind Handschuhe. Millau ist das Zentrum der französischen Handschuh-Macherei - Ganterie. Den Rohstoff bildet vor allem das hier in den Grands Causses reichlich vorhandene Schafleder. In einigen Betrieben werden noch heute Handschuhe gefertigt, wobei früher viele Tätigkeiten als Heimarbeit vergeben wurden. Diese Handschuh-Macherei, wurde hier in Millau Jahrhunderte lang ausgeübt, die Produkte weltweit vertrieben. Heute ist das Gewerbe nur noch von geringer wirtschaftlicher Bedeutung.

Millau hat ein vielgestaltiges Ortsbild und eine reizvolle Altstadt mit schönen teils neu renovierten Häusern in winkligen Gassen, mit vielen interessanten Geschäften, darunter leider nur noch wenigen (gegenüber früher) Antiquitätenhandlungen und Brocanterien (Trödelläden).

Bunte Straßen, hier mit Blick auf die Kalkkliffs des Causse Noir.

Millau hat ein sehr lebhaftes Ortsbild, aber auch eine geheimnisvolle und reizvolle Altstadt mit schönen teils neu renovierten und glücklicherweise auch vielen noch ursprünglichen Häusern in schmalen Gassen und verborgenen Winkeln.

Einige Impressionen aus der Stadt. Man kann hier lange bummeln und wird immer wieder Interessantes entdecken.

Eines der schönsten der bei der Exkursion 2009 gemachten Bilder: Blick in eine schmale Gasse in der Altstadt von Millau.

Das große Bild zeigt die Place-du-Maréchal-Foch; in der linken hinteren Eckes des Platzes ist in einem stattlichen Hôtel das Musée de Millau untergebracht, mit großartigen Sammlungen. In der diagonal gegenüberliegenden Ecke finden wir den auf den eingeblendeten Bildern gezeigten Antiquités-Brocante-Laden, ein unglaublich vollgestopftes Geschäftchen, in dem man von alten Postkarten bis zu alten Bisquit-Puppen so ziemlich alles finden kann. Nur Neues gibt es nicht!

Die Ausstellungen im Museum beinhalten geologisch-vorgeschichtlich-archäologische Sammlungen sowie eine relativ neu eingerichtete und weiter verbesserte Ausstellung zur Handschuh-Macherei - wunderbar!. Auch die Vor- und Frühgeschichte kann sich sehen lassen! Höchst beeindruckend natürlich auch die reichen Funde aus der ehemaligen gallo-romanischen Töpferei la Graufesenque und die teils grandiosen Objekte zu Geologie/Paläontologie der Causses. Das prominenteste Ausstellungsstück ist der 1986 gefundene Elasmosaurier von Tournemire, Occitanosaurus tournemirensis.

Skelett und eingeblendet eine Detailaufnahme des Schädels des berühmten Occitanosaurus tournemirensis.

In den Vitrinen u.a. teils höchst beeindruckende Exemplare der (meist) verkiesten Ammoniten- und sonstigen Fauna
von Domérien und Tooarcien der Region.

Ein riesiger Nautilide (Cenoceras aff. araris) aus dem unteren Carixien von la Vialaret. In diesen Kalkgesteinen tritt eine großwüchsige Ammoniten- und Nautiliden-Fauna auf.

Die Vitrine mit Ausstellungsstücken zum Fossilien-Liebhaber Joseph Monestier, der hier in Millau lebte.
Die Abbildungsoriginale zu einem seiner Werke wurden auf die entsprechenden Bilder der Tafel aufgelegt.
Monestier bewahrte Teile seiner Sammlung in Käseschachteln auf.

In der Vor- und Frühgeschichte werden u.a. beeindruckende Dolmen-Funde ausgestellt.

Und in der Gallo-Romanischen Abteilung sehen wir Terra Sigillata in sensationeller Vielfalt, vom Gebrauchsgeschirr wie hier...

...bis zu edelsten Stücken, und dazu sieht man auch noch die Prägestempel!
Die Töpferware von Graufesenque ist weltberühmt.

Und schließlich die Handschuh-Macherei, die Ganterie, der neueste und didaktisch am besten aufbereitete Teil des Museums.
Auch wer normalerweise keine Handschuhe trägt, sollte da rein schauen - ganz wunderbar!

Und auch das ist Millau - der Viadukt von Millau, der die Stadt weltbekannt machte, zweifellos ein ingenieurtechnisch sensationelles Bauwerk - man muss es gesehen haben! Hinten in den Tälern schläft noch der Morgennebel.

Eine Fahrt über den Viadukt. Und schön ist er wirklich, wenn man so darüber gleitet.... Wir werden das öfters erleben, in beide Richtungen.

Manche der Bänke zeigen auf Kupfergehalt zurückgehende Grünfärbung. Hier eine interessante kluftbedingte Ausbildung der Schichtköpfe.

Mitteltriassische Rotgesteine im Sorgue-Tal. Im oberen Bild ein Hang mit Versturzmaterial, in dem man sammeln kann. In den Schichten treten selten Pflanzenfossilien auf, die meist auch nur schlecht erhalten sind, aber sehr viele schöne Belege für Strömungs- und sonstige Marken und Lebensspuren z.B. von Reptilien und Insekten. Die Grünfärbung einer der Bänke ist mit der Kupferführung zu erklären. Links unten eine Hangendplatte mit kleinen Kolkmarken.

 

  

Einige bei der Vorbereitungsfahrt im Oktober aufgesammelte Belege aus der Mitteltrias des Sorgue-Tals.
1, 2) Reptilienfährten (1: Liegendplatte = Positiv; 2: Hangendplatte = Negativ).  3) Insektenspuren.  4) Strömungswülste (Hangendplatte; Strömungsrichtung nach links).

Girlandenartig erschlossene rote Argilite (Ruffes), alternierend mit graugrünen Sandsteinen, im Saxonien südlich von Lodève. Eingeblendet eine Schichtfläche mit Wellenrippeln. Siehe hierzu auch LEITFOSSIL.de (2005): Das Perm in Frankreichs Süden  (Andreas E. Richter; 20.7.2005; Fundstellen; 20 Seiten, 30 Abb., 4 Karten).

Abbildung einer Combalou-Höhle aus La France illustrée, géographie, histoire, etc. von 1897.

Roquefort-sur-Soulzon ist eine relativ kleine Gemeinde mit nur rund 700 Einwohner, aber mit großer wirtschaftlicher Bedeutung durch die Herstellung einer weltberühmten Käsesorte, des Edelschimmelkäses Roquefort. Der Käse reift in Naturhöhlen im Bergstock des Combalou (bis zu zwei Kilometer in den Berg hinein laufend und in 12 Stockwerken übereinander), die durch ein natürliches Kluftsystem (Fleurines) belüftet werden und in denen die optimale Reifung der mit dem Schimmelpilz Penicillium roqueforti gespickten Käselaibe abläuft, bei relativ konstanten Temperaturen (zwischen 6 und 13 Grad) und hoher Luftfeuchtigkeit. Im Dorf gibt es etliche Käsereien, in denen verschiedene Marken wie Societé, Papillon, Roquebelle usw. produziert werden.

Wir werden eine der Höhlen besichtigen.

Hier die Lieferanten der Rohmilch, die Schafe, allenthalben auf den Hochflächen der Causses anzutreffen. Die im eingeblendeten Bild gezeigten Schafe diskutieren möglicherweise über eine Gehaltserhöhung...

Natürlich wird hier im Aveyron überall für den berühmten Roquefort-Schimmelkäse geworben. Besonders liebenswert sind die Bilder auf den Hauswänden, wie man sie relativ oft sieht.

Mende ist die Hauptstadt des Département Lozère und hat rund 32000 Einwohnern. Die Stadt liegt am Südrand des Massif Central, wenig südlich der Grenze Kristallin-Jura. Die Altstadt mit engen Gassen und stimmungsvollen Winkeln ist sehr reizvoll. Zahlreiche teils nicht sehr gut erhaltene Renaissance-Häuser zeugen von der früheren Bedeutung der Stadt. Die Kathedrale wurde vom 14. bis zum 17. Jahrhundert erbaut, mit zwei ungleich hohen Glockentürmen.

Wir halten in Mende zum Einkauf der Tagesverpflegung - das Bild links oben zeigt eine Bäckerei, wo es allerlei leckere Dinge gibt. Rechts das Bild der engsten Gasse in Mende und ganz unten ein Straßen-Café unmittelbar südlich der Kathedrale - schnell noch einen Café, bevor es ins Gelände geht!

Der Innenraum der Kathedrale; eingeblendet ein Barock-Altar mit einer Schwarzen Madonna.

Hier besuchen wir weitgedehnte Aufschlüsse, die sich über Kilometer hinziehen. Es gibt leichter zugängliche bzw. einfacher absammelbare Bereiche und es gibt die teils tief eingeschnittenen und teils auch Gestrüpp-bewachsenen Schluchten. Hier sind die Funde natürlich (normalerweise) besser, aber es ist halt deutlich mühsamer, dort unterwegs zu sein. Erschlossen sind Schichten des Domérien und des Toarcien bis hinauf zur Aalensis-Zone, dem obersten Toarcien.

Vom kleinen Dorf laufen wir nach oben; bei der nächsten Exkursion werden wir noch ein anderes bequemer erreichbares Sammelgebiet besuchen. Aber die Konditionsstarken können natürlich die tiefen Schluchten durchkriechen. Auf jeden Fall, wir werden auch viele schöne Blütenpflanzen sehen, wobei hier im Norden und deutlich höher als unten im Aveyron die Flora etwas anders zusammengesetzt und auch jahreszeitlich ein wenig hinterher ist. Wir sehen also Veilchen, Narzissen (die Dichter-Narzisse, Narcissus poeticus wie auf dem eingeblendeten Bild, und Narcissus requienii, die Gelbe Narzisse) und natürlich Leberblümchen.

Wir gehen mit einigen anderen der Gruppe zu bequemen Stellen, wo man jedenfalls ohne Anstrengung sammeln kann. Freilich sind hier vor allem die größeren Ammoniten oft schlecht erhalten oder zerbrochen, weil sie lange oberflächennah lagen. Bodennahes Arbeiten ist optimal zur Gewinnung der kleinen Beifauna! Noch besser als diese Gebetshaltung wäre nur noch das Bauchliegen. Bei mir reichte es immerhin für eine Käseschachtel voll, aber ich war auch recht faul, ehrlicherweise zugegeben. Einen Teil meiner Ausbeute aus dem Jahre 2009 zeige ich auch auf einem Bild weiter unten.

Unten am Bus werden dann Funde gezeigt. Gernot Fallenstein präsentiert eine Schachtel mit sehr schönen und auch ordentlich großen Ammoniten.

Das obere Bild zeigt meine eigene Ausbeute, nicht gerade viel, aber hübsche Stücke. Und ich saß ja eigentlich nur faul herum und übte meine Hirtenfunktion aus. Das Bild unten rechts aber zeigt einige Amaltheen aus den Funden von Heinz Hochreiner, der auch eine Stelle mit fossilreichen Schichten des Domérien fand. Links unten ein gewaschener Amaltheus aus den Aufsammlungen vom Heinz.

Das beste Ergebnis an dieser Lokalität hatte bei der 2009-Exkursion (vermutlich) Günter Richter, den seine Spürnase zu einigen steilen Schluchten führte, die offenbar langzeitig nicht abgesammelt worden waren. Das Bild unten zeigt die im Gelände präsentierte Ausbeute, sozusagen die Katze im Sack. In den beiden mal abends beim Diner präsentierten Schachteln sieht man die bereits gewaschene Ernte - prachtvoll!

Der Tarn verläuft hier in einer tief eingeschnittenen Erosionsschlucht, vorgegebener Tektonik folgend. Die Schluchtwände bestehen aus Kalken des Mittel- und Oberjura. Die Tarnschlucht ist sicherlich eines der bedeutendsten Naturdenkmäler Frankreichs. Die Schlucht wird meist nur wenige Meter über dem Wasserspiegel des Tarn durchfahren, was ein sehr intensives Erleben der mitunter bis zu maximal 400 Meter aufsteigenden Steilwände ermöglicht.

An den Wänden erkennen wir die Ausspülungen früherer Flussniveaus. Die Durchfahrung kann von Florac aus erfolgen. Das eindrucksvollste Erlebnis aber ist die Anfahrt über den Causse Sauveterre von Norden her und die Einfahrt in die Schlucht auf steiler Serpentinenstraße hinab nach Sainte-Enimie.

Sainte-Enimie, tief unten in der Schlucht... Kommt man über den höchst einsamen Causse de Sauveterre von Norden, aus Richtung Mende, dann sieht man von der steilen Abfahrt in die Tarn-Schlucht aus unten im engen Tal das Dörfchen Sainte-Enimie liegen - ein malerischer Blick!

Das Dorf ist klein und hat ein sehr altertümliches Ortsbild. Interessant sind vor allem die nicht am Fluss liegenden Gassen. Am Hang liegt die Ruine eines Klosters, das 630 von der Merowinger-Prinzessin Énimie gegründet worden war. Vermutlich zog sich die Dame wegen einer unglücklichen Liebesgeschichte in die hiesige Wildnis zurück.

Die "Touristenfront" unmittelbar am Fluss.

In den Gassen gibt es vielerlei Gebräuchliches, wie man hier sehen kann.

Verlässt man die erste Front mit den schönen Dingen (links oben) und hält man sich ein wenig hangwärts, dann kommen ruhigere Bereiche und schließlich sehr pittoreske Ecken und Winkel - hier sieht es noch aus wie vor einhundert Jahren!

Die nun folgende Fahrt durch die Gorges du Tarn ist ein höchst eindrucksvolles Erlebnis. Die Schluchtwände bestehen aus Kalken des Mittel- und Oberjura. Die Tarnschlucht ist sicherlich eines der bedeutendsten Naturdenkmäler Frankreichs. Die Erosion hat vielgestaltige Felsburgen, Türme und Zinnen geschaffen. An den Wänden erkennen wir die Ausspülungen früherer Flussniveaus (Strömungsschliffe). Jenseits des Flusses liegen kleine Weiler, die nach wie vor nur mit dem Boot erreichbar sind.

Manchmal denkt man, der Bus passt nicht mehr durch. Aber irgendwie geht es doch.

Oben sehen wir überall markante Felstürme. Natürlich beobachten wir auch Geier, die seit einiger Zeit hier wieder nisten, vor allem aber in den benachbarten Gorges de la Jonte. Die großartigen Ausblicke nach oben sind oft nur im Vorbeifahren möglich - leider ist meist kein Platz zum Parken da, wenn man etwas ganz Besonderes sieht.

Entlang des Flusses liegen immer wieder kleine meist verlassene Dörfer am jenseitigen Ufer, meist nur mit dem Boot erreichbar. Sie liegen ruhig, gewiss, aber möchten wir dort wohnen? Viele der Häuser sind an reiche Großstädter verkauft, die hier einige Wochen Urlaub verbringen. Jedenfalls, sie werden auf diese Art vor dem Verfall bewahrt. Verwilderte Weinberge an den terrassierten Hängen zeugen von früherer landwirtschaftlicher Nutzung. Das Klima in der Schlucht ist deutlich mediterran beeinflusst, was eine sehr artenreiche Mischflora hervorbringt: Mediterrane und kontinentale Florenelemente nebeneinander.

Das Flusswasser ist extrem sauber; den dichten Forellenbestand sehen wir manchmal sogar vom Straßenniveau aus.

Im Bereich eines vor einigen hundert Jahren niedergegangenen Bergsturzes besteht die Möglichkeit, gegen geringe Gebühr auf ein riesiges das Flussbett blockierendes Kalkmassiv zu steigen. Von dort oben hat man schöne Ausblicke auf die Schlucht und das tobende Wasser weit unten.

Unterhalb der Aussichtsplattform gibt es natürlich Souvenir-Geschäfte - erwerben Sie z.B. einen Beutel Bonbons in Form von Tarnkieseln! Und fügen Sie den Bonbons einige echte Tarnkiesel bei - das verwundert die Konsumenten durch endlosen Lutschgenuss und etwas abweichenden Geschmack. Beachtenswert sind auch die Schneekugeln oder die Schieferplatten mit kaschierten Tarn-Ansichten.

Die Schlucht ist derartig eindrucksreich, dass man am liebsten alle paar Meter halten würde. Hier noch drei Impressionen. Das untere Bild zeigt den Ausgang aus dem steil eingeschnittenen Bereich in den weiteren Talkessel.

Ein Klassiker der Toarcien-Fundstellen ist das Fundgebiet beim Dorf le Clapier. Der Weiler le Clapier - raten Sie mal, wie viel Einwohner das Dorf hat (65)! Das Sammeln war Jahrzehnte lang absolut verboten, und die Einhaltung des Verbotes wurde auch überprüft. Nach der oberhalb liegenden Kalkebene wird das Gebiet von französischen Sammlern auch als Plateau de Guilhaumard bezeichnet.

Blick von der Kante des Plateau de Guilhaumard hinab in die Verebnungsflächen des Unterjura. Die dort sichtbaren Mergelton-Flächen sind alle mehr oder weniger fossilführend. Hier wollen wir sammeln, auf den sanften Tonmergelhängen. In den gut zugänglichen Bereichen sind sie natürlich mehr oder weniger abgesucht, aber alles kann niemals weggesammelt sein und vor allem nach starken Regenfällen ist die Fündigkeit sofort wieder gut.

Man wandert gemütlich entlang der Hänge, bis man einen genehmen Hang erspäht, und geht dann die paar hundert Meter hinüber zu den Tonmergeln mit (hoffentlich!) vielen Fossilien.

Siegfried Wiescholek beim Fotografieren einer Orchidee (Orchis mascula, das Stattliche Knabenkraut); das eingeblendete Bild zeigt sie in Großaufnahme. Der Orchideenbestand im gesamten Exkursionsgebiet ist divers, die Formen treten oft in dichten Beständen auf - ein Dorado für jeden botanisch Interessierten! Die gleichermaßen blumig wie fossilisch tätigen Teilnehmer haben alle Hände voll zu tun, die beiden Bereiche unter einen Hut zu bringen.

Zwischenrein kaufen wir in kleinen Dörfern unsere Tagesverpflegung ein; manchmal reicht die Zeit auch noch
für einen schnellen Café.

Es gibt vielerlei Aufschluss-Typen, auch freundliche, leicht erreichbare und leicht begehbare wie diese kleinen Schluchten.

Und so liegen sie dann herum, die Fossilien. Meist sind es Ammoniten, Beifauna ist seltener, viele der Stücke sind durch längeres oberflächennahes Liegen oxidiert oder durch erosive Abläufe und Frosteinwirkungen zerbrochen. Größere Exemplare sieht man teils nur ein kleines Stück herausschauen wie auf dem eingeblendeten Bild.

Längere Zeit oberflächlich liegende Fossilien zeigen manchmal schöne Oxidationsfarben wie das Osperleioceras rivierense auf dem linken Bild oder eine intensive Braunrot-Färbung wie die beiden Holcophylloceraten.

Fundvorweis am Bus (2009): Auf der Zeitung und auf den beiden Händen Funde von Frank und Uwe Kunze.
Die Ammoniten auf der Hand fand Waltraud Kaipf.

Zwischenrein gibt es schwer zugängliche Bereiche wie sehr steile Hänge oder dornenversperrte Rinnen und Bachbetten, in die nicht jeder hinein kriechen will, und hier findet man in der Regel besonders gut. Erich Stein präsentiert auf seiner Hand einige stattliche Fundstücke aus solch einer kleinen Schlucht.

Die beiden anderen Bilder zeigen einen Teil meiner Funde aus einem nur rund 30 Meter langen dornenverwachsenen Bachriss; kein Sammler war da in den letzten Monaten drin. Die Fossilien liegen schon gewaschen in einer Camembert-Schachtel, anschließend an Monestiers Brauch. Rechts unten ein knapp fünf Zentimeter großes Osperleioceras bicarinatum.

Wenn man dann - so wie ich - zu faul ist, weiter in die Schluchten hinein zu laufen (was mit diesen Schuhen auch gar nicht möglich wäre), dann kramt man ein wenig in den flachen Eingangsbereichen herum, und man kann auch da ganz nett finden wie u.a. das hier gezeigte Hildoceras semipolitum und auch die auf den Bildern weiter oben gezeigten Ammoniten (Osperlioceras rivierense und die beiden Holcophylloceraten).

Und zwischenrein setzen wir uns mal in ein Straßencafé irgendwo in einem Dorf und trinken einen Rouge (oder was auch immer): Zur Gesundheit! Oder französisch: Santé!

An einem Tag fahren wir ins Midi, ins Land der bunten Farben und der Sonne, in die Landschaften an der Mittelmeerküste.
Zuerst besuchen wir den berühmten Dino-Park bei Mèze, dann fahren wir an die Küste bei la Grande-Motte, besuchen Grau-du-Roi und schließlich Aigues-Mortes.

Zuerst fahren wir zu einem Dinosaurier-Park inmitten eines Pinienhaines, La Plaine des Dinosaures (Musée-Parc des Dinosaures). Das Besondere an diesem Spektakulum ist, dass es inmitten von Fundstellen angelegt wurde - hier grub und gräbt man nach Dinosaurier-Fossilien, vor allem nach Eigelegen.

Sehr interessant ist eine (natürlich eingezäunte) kleine Grabungsstelle, wo freigelegte Eier an Ort und Stelle bestaunt werden können. Hier sieht und lernt man nun mal, dass die meisten der geborgenen Eier nicht komplett sind, weil die Jungtiere geschlüpft waren - die Oberseite ist in diesem Fall aufgebrochen, relikthaft ("Schlupf"); die Unterseite kann komplett sein (sofern eben nicht eine nachträgliche Umlagerung oder sonstige mechanische früh-/postdiagenetische Beanspruchung stattfand). Wenn also im Handel "komplette" Eier angeboten werden, die etwa zur Hälfte auf Gestein sitzen, so sehen wir die Halbkugel der Unterseite, die Liegendseite der Platte. Und vermutlich steckt die andere Hälfte des Eies nicht im Gestein, sondern fehlt.

Entsprechend dieser Ausgrabungsstätten wird den Dinosaurier-Eiern viel Raum gewidmet, u.a. gleich in mehreren Vitrinen im Eingangsbereich. Lebensgroße Skelette und Dermoplastiken verschiedener Dinosaurier stehen versteckt und teils überraschend im Wald entlang des Weges. Kernpunkt ist der Abguss des berühmten Tendaguru-Brachiosauriers aus dem Humboldt-Museum in Berlin - ein wahres Monster, hoch aufragend auf einer kleinen Lichtung im Wald.

Die Vitrinen zeigen in erster Linie Fossilmaterial zum Thema "Dino", z.B. verschiedene Eier, Krallentypen, Knochen und sonstiges im Hinblick auf die Funktionsmorphologie, Zähne usw. usw. - bei genügend Zeit gibt es viel zu staunen und zu lernen. Auch Nicht-Dino-Fossilien sind dargestellt, allerdings nahezu ausschließlich Wirbeltiere. Insgesamt sind diese Ausstellungen sowohl von der Didaktik wie auch vom Schauwert her sehr gut gemacht, optisch ansprechend und auch für weniger versierte Naturfreunde interessant und erfassbar. Eine zweite abgetrennte Ausstellung beschäftigt sich mit Ursprung und Evolution des Menschen.

  Gleich am Eingang wird man von einem ordentlich großen (ich würde sagen, fast lebensgroßen) Tyrannosaurus rex begrüßt. Gegenüber dann eine Vitrine mit einem liebevoll kolorierten Schädel (linkes Bild).

Der berühmte Spinosaurus aus der Oberkreide Marokkos, mit einer Länge bis zu 17 Metern und einem Gewicht von 10 Tonnen einer der größten Raubsaurier Nordafrikas. Seine Wirbel-Dornfortsätze werden als das Spanngerüst eines Hautsegels gedeutet -
ob das mal richtig ist? Jedenfalls, ein beeindruckendes Ausstellungsstück, übrigens auch gut von der vorbeiführenden Nationalstraße aus zu sehen.

Dann sehen wir z.B. eine höchst lebensechte Gruppe der gefährlichen Deinonychus-Räuber. An zwei Stellen stehen solche hervorragend ausgeführten Deinonychus-Plastiken. Diese wohl gefährlichsten Räuber der Kreidezeit waren höchst beweglich - Schnelligkeit gepaart mit geballter Kraft! Sie jagten wahrscheinlich in Rudeln und waren somit vermutlich auch den ganz großen unter den Pflanzenfressern gefährlich.

Nach dem Dino-Park besuchen wir einen Weinbauern, dessen Rebstöcke auf "Saurier-Boden" wachsen. Entsprechend bietet der Winzer einen Dino-Wein an, Cuvée Déinonychus, hergestellt aus den Trauben der umliegenden Weinberge, gewachsen auf Dinoeier-Substrat.

So sehen die Eier aus. Zwar sind sie durch Druck und Schub zerbrochen in viele Scherben, aber oben (= unterseitig) sind sie komplett.

Und hier in den Weinbergen sammeln wir Eischerben wie die auf dem eingeblendeten Bild gezeigten genau von hier
stammenden Schalen-Bruchstücke.

Von Mèze fahren wir über Sète entlang der Küste, vorbei an Montpellier bis le Grau-du-Roi und Aigues-Mortes. Hier berühren wir auch die Camargue, wo es keinen einzigen "gewachsenen" Stein gibt - alles hier ist (geologisch) neues Schwemmland.

Zwischenrein halten wir auch mal an der See, leider nur kurz, aber immerhin. Wir parken am Grand-Travers und laufen durch die Dünen zum Strand.

Zwar ist es erst Anfang Mai und damit eigentlich auch noch keine Badesaison, aber trotzdem sind schon einige da, und einige sogar auch im Wasser! Unser Günter Richter ging 2009 rein bis zu den Knien, übertroffen von Richard Fuchs, der eine Vollkörper-Frostung durchführte; den Kindern macht die niedrige Wassertemperatur scheinbar gar nix aus.

Schaut man sich die Dünensand-Flächen an, dann erkennt man vielfältige Spuren, wie wir sie teilweise auch im Perm und in der Permotrias finden können. Hier sehen wir Eidechsen- und Vogel-Spur (die allerdings gibt es in den alten Sedimenten nicht) sowie Regentropfen-Eindrücke.

In den Étangs, den Strandseen, stehen manchmal Flamencos. Die Besonderheit ist aber nicht das Vorkommen der Vögel, sondern dass sie hier in der Camargue auch eine Brutkolonie haben. Die Mas, wie die Bauernhöfe hier heißen, sind oft beschattet von mächtigen Kiefern und geben dem Land ein typisches Gepräge.

Der Fischerhafen le Grau-du-Roi ist trotz der verstärkt auftretenden Touristen (der jahreszeitlich bedingte Wechsel zwischen freundlicher Dorfatmosphäre und extremem Touristenrummel ist erstaunlich) immer noch ein echter Fischerhafen: Hübsche Gassen, ein Wochenmarkt, die Fischerboote entlang des Canal du Rhône mit vielen Booten, die Mole mit Leuchtturm, die Werft, sehr viele Bars, Restaurants und einige Hotels. Zudem natürlich unzählige Geschäfte, in denen all das verkauft wird, was der Badetourist unbedingt braucht, von der Bastmatte bis zu getrockneten Seesternen, von elektronischen Zikaden bis zur
(fast) echten Rollex. Sehenswürdigkeiten gibt es nicht eigentlich, aber das Ortsbild für sich genommen ist schon etwas Besonderes.

Der kleine betriebsame Fischerhafen liegt am Canal du Rhône à Sète; voraus das offene Meer. Links und rechts liegen die Fischerboote am Kai, und wer gerne Fisch und Meeresfrüchte isst, kann sicher sein, dass alles ganz frisch ist.

Das ist doch mal wirklich mediterran: Palmen, Wasser und kleine Boote, direkt geparkt vor dem Haus!

Es gibt wunderschöne Bilder und Motive, und im Mai ist es noch so, dass Touristen in der Minderzahl sind gegenüber den Einheimischen (was sich bald ändern wird). Man beachte auch die Kiste Marzipan-Kartoffeln!

Die Südmauer von Aigues-Mortes. Zwischen den beiden Bildern liegen 40 Jahre, und außer der allgemeinen Stimmung ist eigentlich nichts anders.

Aigues-Mortes (lat. aquae mortuae = die toten Wasser): Sumpfland. Die Stadt wurde inmitten von Sümpfen am westlichen Rand der Camargue angelegt und ist heute umgeben von Salzsteppen, Sümpfen, Salinenland (südlich der Stadt die Salins du Midi - die in jedem Lebensmittelgeschäft entsprechend beschrifteten Salzpackungen bilden ein nettes Geosouvenir) und Weinfeldern ("Sandwein" - unbedingt einen Listel, am besten Gris oder Gris de Gris probieren). Im Mittelalter lebten hier zuzeiten rund 15000 Leute, heute sind es noch etwa 4000.

Die Stadt wurde gegründet von Ludwig IX. (dem Heiligen) als Ausgangshafen für seine Kreuzzüge: Erwerb des Landes von einer Abtei Psalmodi. Der seinerzeit bis zum offenen Meer reichende Kanal versandete. Der Mauerkranz wurde vom Sohne Ludwigs zwischen 1267 und 1275 errichtet, aus miozänen Kalken des Hinterlandes.

Dieser einzigartige niemals restaurierte Mauergürtel mit umlaufendem Wehrgang - zwischen 8 und 10 Meter hoch und bis 6 Meter dick - zeigt rechteckige Anlage (Kantenlängen 567, 497, 301, 269 m), ist durch 15 Türme verstärkt und hat 10 Tore. Im Nordwesten der gewaltige Bau der Tour de Constance, Musterbeispiel einer mittelalterlichen Verteidigungsanlage (54 Meter hoch, Mauerstärke bis 12 Meter). Von der Turmplattform hervorragender Blick auf Stadt und Umgebung. Das zeitweise als Kerker genutzte Innere diente u.a. zur Verwahrung der nach der Aufhebung des Edikts von Nantes eingesperrten Hugenotten.

Das Straßennetz ist, entsprechend des Stadtgrundrisses, rechtwinklig angelegt. Im Zentrum der Marktplatz mit der Statue von Ludwig; an der linken Ecke die von Ludwig errichtete Kirche Notre-Dame-des-Sablons mit klarem und schlichtem Inneren und neuerdings schrecklich bunten Fenstern. Hier beteten König und Gefolgschaft vor der Abfahrt zu den beiden Kreuzzügen. Was allerdings auch nicht viel brachte.

Eines der Nordtore, die Tour du Sel, unweit der mächtigen Tour de Constance gelegen.

Die gotische Kirche Notre-Dame-des-Sablons, das einzige von Ludwig dem Heiligen hier in Aigues-Mortes errichtete Bauwerk. Links die Figuren von Notre-Dame-des Salbons und vom Heiligen Ludwig; eingeblendet eine Gedenkmünze mit der Darstellung der Kirche und Ludwigs.

In den Geschäften bunte Angebote: Kleidung, Zikaden, Seifen, eine Nougat-Torte und natürlich auch die frohen und gute Laune machenden provenzalischen Stoffe! Wer kann da widerstehen?

Die Tour de Constance; rechts außerhalb des Bildrandes die Tour du Sel. Im Souvenir-Shop der Tour de Constance gibt es einen schönen und höchst vertrauensvollen Kater, der inmitten der angebotenen Artikel schläft.

Blick von der Stadtmauer über Häuser, Wehranlagen und Saline. Im Süden vor der Stadt liegen die Salzfelder der Salins du Midi. Die Ernte wird auf riesige Halden geschüttet.

Wir sind hier weit oben, nahe den Geiern, und vielleicht werden wir auch Gesellschaft haben in Form einer Schafherde.
Wir wollen mal sehen, was zu finden sein wird an Fossilien...

Wir halten uns auf im Bereich einer hochaufragenden Kalkbarre, eines mächtigen Zeugenberges, der von ausgedehnten Hängen aus Opalinum-Ton (unterer Mitteljura; Opalinum-Zone) gesäumt wird. Einsturzgefährdet sahen die Wände schon immer aus, und im Jahr 2006 passierte es - bei einem Abbruch ging eine gewaltige Blocklawine zu Tal. Da kam es runter und da liegt es nun, das Gestein aus dem Mitteljura. Soviel Stein, und keine Fossilien!

Die sanften Toarcien-Hänge unterhalb des Aalenien sind freundlich und gut begehbar, besonders gute Fossilfunde macht man hier aber eher nicht. Das Unwegsame bietet die besten Fundchancen, so war es und so bleibt es.

Im Bereich des unteren Aalenien aber kann man schöne Schnecken und Muscheln sammeln, eine insgesamt kleinwüchsige Fauna, aber die Fossilien in teils ausgezeichneter Erhaltung. Die reichlich herumliegenden Bruchstücke des Leitammoniten Leioceras opalinum belegen die stratigraphische Zugehörigkeit. Komplette Leioceraten gehören allerdings zu den allergrößten Seltenheiten.

1, 2) Die Schnecken der Art Costatrochus subduplicatus liegen noch ungeerntet auf dem Gestein, im Übergangsbereich Toarcien-Aalenien.  3) Die große Pleurotomaria fand Richard Fuchs im Toarcien.  4) Ein sehr seltener Fund ist diese Schnecke der Art Neritopsis philea  (Sammlung Erich Stein).  5) Eine kleine Trigonia (Sammlung Bernd Sendzik).  6) Zwei von Bernd Sendzig in den tieferen Profilbereichen im Domérien gesammelte Amaltheen.

Einige aus der Gruppe wanderten weit nach Westen zu wenig bekannten und meist unberührten, teils aber sehr steilen Hangbereichen. Das Sammeln hier kann sehr mühsam sein. Vielversprechende Hänge, aber ein beschwerlicher Anmarsch - wird es sich lohnen, bergab zu schlittern und sich unten im Bachbett durch das Dickicht zu schlagen, auf der anderen Seite wieder hoch zu kriechen usw.? War jemand vor uns da? Hat es genug geregnet? Und da vorne läuft ja schon einer! Nun ja, beim Sammeln gibt es Risiken...

Drei Rückkehrer von einer Sammelwanderung weithin, Siggi, Günter und Heinz. Sie zeigen ihre Funde. Alle fanden überdurchschnittlich gut, Siegfried Schwaiger fand sogar ein Lytoceras mit knapp 20 Zentimeter Durchmesser (rechts unten). Richard Fuchs fand om Verlaufe einer weiten Wanderung ebenfalls Besonderheiten, z.B. einen großen massiv verkiesten Ammoniten (links oben), ergraben aus einer Wand - was wird es sein?

Ammoniten aus dem Toarcien, hier weder systematisch noch stratigraphisch geordnet.
1) Pleydellia distans (BUCKMANN, 1889); oberes Toarcien; Durchmesser 2,5 cm.   2) Osperleioceras cf. reynesi (MONESTIER, 1921); oberes Toarcien; Durchmesser 1,9 cm.   3) Pseudogrammoceras fallaciosum (BAYLE, 1858); oberes Toarcien; Durchmesser 2,7 cm.   4) Osperleioceras cf. seidlitzi (SCHIRARDIN, 1914); oberes Toarcien; Durchmesser 1,8 cm.  
5) Osperleioceras cf. beauliziense (MONESTIER, 1921); oberes Toarcien; Durchmesser 2,2 cm. 6) Pseudogrammoceras sp.; oberes Toarcien; Durchmesser 1,5 cm.   7) Dumortieria sp.; oberes Toarcien; Durchmesser 1,5 cm.  8) Hildoceras bifrons (BRUGUIÈRE, 1789); unteres Toarcien; Durchmesser 2,4 cm.   9) Pseudogrammoceras cf. muelleri (DENCKMANN, 1887); oberes Toarcien; Durchmesser 2,9 cm.   10) Pseudogrammoceras fallaciosum (BAYLE, 1858); oberes Toarcien; Durchmesser 3,2 cm. 11) Pseudogrammoceras quadratum (HAUG, 1885); oberes Toarcien; Durchmesser 3,6 cm.   12) Osperleioceras cf. authelini (MOENSTIER, 1921); oberes Toarcien; Durchmesser 2,7 cm.

Ein "blankes" nicht oxidiertes Hildoceras bifrons (BRUGUIÈRE, 1789), aus dem Anstehenden in einer steilen Wand geborgen; Funddatum 1978. Phragmokon; Durchmesser 5,3 cm.

Ein historisches Ensemble - alte Steinhäuser, in denen die Bauern in unsicheren Zeiten ihren Wein lagerten und Feste feierten. Nur wenige hundert Meter von unserer Lokalität liegend und unbedingt besuchenswert! Auf dem unteren Bild sehen wir, wie die Häuser aus der Nähe aussehen - wahrhaft urig! In manchen stehen noch die voluminösen uralten Eichenfässer. Von hier oben hat man auch eine wunderbare Aussicht aufs Umland.

Die steilen Felswände der Mitteljura-Kalke begleiten uns überall in den Tälern im Bereich der Causses wie auch hier. Im Bild ein hübsches Profil: Ganz oben die Kalkbarre des Mitteljura (Bajocien), darunter der Opalinum-Ton (unteres Aalenien), dann - durch das obere Wegniveau vom Opalinum-Ton getrennt - die lithologisch untereinander und auch dem überlagernden Opalinum-Ton gleichartigen Tonmergel des Toarcien, schließlich die blättrigen Schistes Carton (unteres Toarcien) und darunter, hier nicht mehr sichtbar, die Tonmergel des Domérien.

Der Blick hinab ins Tal auf das Bergarbeiter-Dörfchen Graissesac. Darüber der alte Tagebau, aufgelassen vor reichlich 15 Jahren.

An einem unserer Exkursionstage fahren wir nach Graissesac, um dort im Karbon nach Pflanzenfossilien zu suchen. Wir lernen Karbonschichten mit reicher Flora kennen - ein Paradies für den Liebhaber fossiler Pflanzen! Die Artenvielfalt ist beeindruckend, die Erhaltung gut. Sigillaria, Calamites, Asterophyllites, Annularia, Asterotheca, Pecopteris usw. gibt es reichlich. Hier wurden langzeitig Gesteine des Stefan auf Halde gelagert. Manche Haldenbereiche sind rekultiviert, in anderen Bereichen liegt noch viel Blockmaterial. Aber sammeln kann man eigentlich überall, und man kann nach wie vor eine guterhaltene und schöne Flora finden

Im Dorf müssen wir warten - es gibt nur eine Straße zur Lokalität und die ist mit einem Auto so unglücklich zugeparkt, dass wir mit unserem großen Bus nicht durch können. Also suchen wir den Fahrer, was auch bald gelingt. Einstweilen können wir auf dem Platz einkaufen - alles da, was das Herz begehrt! Dann geht es mühsam durch das Örtchen, mit dem Bus absolut nicht einfach (wieder mal Hut ab vor unserem Fahrer Günter Schwarz!), und dann auf Serpentinen steil bergauf bis zu den alten Halden.

In der Berglandschaft nördlich von Bédarieux blüht zur Exkursionszeit vielerorts der Ginster, wie hier im Bild der Färber-Ginster (Genista tinctoria). Sammeln kann man weitflächig - die alten Halden sind riesig und bieten immer noch gute Fundmöglichkeiten.

Verschiedene Karbonpflanzen aus dem Stefan von Griassesac.  1) Lepidostrobus sp., Zapfen eines Gewächses der Lepidodendraceae. Ca. 8 Zentimeter.  2) Neuropteris cf. ovata HOFFMANN, 1826. Länge 4,3 Zentimeter.  3) Asterophyllites equisetiformis (STERNBERG) BRONGNIART, 1828. Ästchen mit Blattwirteln. Ca. 5,5 Zentimeter.  4) Lepidostrobus sp., ein weiterer im Habitus andersartiger Zapfen eines Gewächses der Lepidodendraceae. Ca. 5,5 Zentimeter.  5) Asterotheca sp.; Bildbreite ca. 9 cm.  6) Neuropteris ovata ; das gleiche Exemplar wie auf Abbildung 6, hier jedoch komplett sichtbar.  7) Acitheca (al. Pecopteris ) polymorpha (BRONGNIART) SCHIMPER, 1879. Bildhöhe ca. 18 Zentimeter; Ausschnitt aus einer Platte ca. 46 x 20 Zentimeter. Alle Sammlung A.E.R.

Einige hatten wirklich schwer zu schleppen an ihren Funden, vom jeweiligen Klopfplatz bis zum Bus, und das bei recht hohen Temperaturen...

Den schönsten Karbon-Fund bei der Exkursion 2009 machte Bernd Sendzik, der mit einem glücklichen Schlag einen großen Farn-/Farnlauber-Wedel freilegte, reichlich über 30 Zentimeter, schön zentral auf der Platte liegend.

Links oben das Rindenstück eines Calamiten, mit einer Breite von rund 30 Zentimetern schon sehr groß. Rechts oben ein Stammstück von Sigillaria cf. ichthyolepis; Orientierung: Um die natürliche Lebensstellung des Stammes wieder herzustellen, muss das Bild um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden; Bildbreite 9,5 cm. Eingeblendet ist ein Blockdiagramm der Gegend, ausgestellt unten am Geologischen Pfad von Camplong. Links unten ein weiterer schöner Fund von 2009, ein Annularien-Zweig; Sammlung Richard Fuchs. Rechts unten schließlich ein geologischer Beleg; auch solche Sammelstücke gehören dazu: Sauber geschlagenes Sandstein-Handstück aus dem Mittelstefan von Graissesac; ca. 11 x 9 Zentimeter.

Kegel- und Turmkarst auf dem Larzac - einsam zu jeder Jahreszeit; als wir da waren, total menschenleer und mit einer außerordentlich reichen Flora.

Oben auf dem Causse du Larzac - endlose Flächen, nur wenig bewachsen und nur seltenst landwirtschaftlich genutzt, ziehen sich bis zum Horizont.

Karst vom Feinsten - Burgen, Türme, Bastionen - vom kompakten Dolomit bis zum Dolomitsand, und überall darin eine interessante Flora.  1 und 2) auf den Causses endemische Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris rubra).
3) Brand-Knabenkraut (Orchis ustulata).  4) Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes).  5) Wild-Tulpe
(Tulipa sylvestris).
6)
Wild-Tulpe im aufgeblühten Zustand.

Und hier wachsen an einigen Stellen auch die Küchenschellen, die hier im Larzac endemisch sind - die dunkelviolette
Pulsatilla rubra.

Es gibt Orchideenbestände in einer kaum glaublichen Dichte, hier mit dem Stattlichen Knabenkraut (Orchis mascula).

Überall auf dem Boden und angereichert in Steinhaufen liegen hier die merkwürdigsten Dolomitsteine mit teils sehr bizarren Formen. Ich könnte Ihnen meine Visionen zu den gezeigten Stücken erzählen, aber das lasse ich lieber doch. Nur eines, bitte: Ganz links - die Steinversion der "Betenden Hände", und daneben, das ist doch eine Schildkröte, oder? Und dann eine Ente! Rechts schließlich eine Taube, die ihre Schwanzfedern putzt. Verflixt, jetzt hab ich doch wieder alles hingeschrieben!

Couvertoirade ist ein Mauer- und Turm-bewehrter Ort mit wenigen Häusern und nur 175 Einwohnern. Er liegt auf dem Causse du Larzac, inmitten einer malerischen Karstwildnis. Gegen Ende des 12ten Jahrhunderts erwarben die Templerritter das Gelände und errichteten hier eine etwa 1250 fertiggestellte Burg: Festung und gleichzeitig Hospital, zur Wiederherstellung kranker oder verwundeter Kreuzfahrer. Der Platz wurde auch genutzt als Sammelstelle für die auf Kreuzfahrt gehenden Truppen, die hier auf dem Weg nach Aigues-Mortes vorbeikamen.

Im Jahre 1312 wurde der dem König zu mächtig gewordene Templerorden aufgelöst, die Burg Couvertoirade von den Maltesern übernommen und später zerstört. Die heute sichtbaren Befestigungen stammen aus dem 15ten Jahrhundert. Die beiden Tore und die runden Wehrtürme bilden zusammen mit dem Mauerring und den Häusern ein einzigartiges Ensemble inmitten der kargen Karstlandschaft. Die Renaissancebauten stammen aus dem 17ten Jahrhundert.

La Couvertoirade in einer älteren zeichnerischen Darstellung.

Vor allem im zeitigen Frühjahr, im Herbst und natürlich im Winter ist es hier ganz wunderbar, menschenleer, stimmungsvoll. All die kleinen Läden, Souvenir-, Schmuck-, Laguiole-Messer- und Lederartikel-Geschäfte sind jetzt - im Oktober - schon weitgehend geschlossen, der Glasbläser und der Lederartikel-Händler sind fort - der Ort richtet sich auf einen langen und stillen Winter ein.

 Impressionen aus La Couvertoirade. Die Bilder stammen großteils vom Oktober dieses Jahres, und zu dieser Zeit gab es außer uns nur wenig andere Touristen.

Zu einem Café reichte die Zeit natürlich bei unserer Oktober-Fahrt, und was wir hier außer dem Café (Etablissement) faszinierend fanden, waren die Ammoniten-Stiele der Löffel!

Ein Ausflug führt uns zur Tropfsteinhöhle Aven Armand, entdeckt 1897 von Louis Armand. Sie ist laut Bädeker "eine der schönsten bekannten Tropfsteinhöhlen" überhaupt (2 Sterne!). Die Höhle liegt auf dem Causse Méjean wenig nördlich von Meyrueis, auf 989 Metern Höhe, in Oberjurakalken (Oxfordien).

Der Höhlendom mit einer Höhe von rund 35 m wird in einer Zahnradbahn durch einen 200 Meter langen abwärts führenden Tunnel erreicht. Die Anzahl der Stalaktiten/Stalagmiten beträgt mehr als 400. Einige Stalagmiten erreichen eine Höhe um 30 Meter.

Die Stalagmiten-Formen sind ungewöhnlich, teils blumenkohlartig. Diese seitlich ausgestellten Sinterblätter entstanden durch das Pendeln der von der Höhlendecke herabfallenden Wassertropfen, die je nach Luftzug im Aufschlagpunkt variierten.

Unten in der Tarnschlucht steht bei le Rozier ein Denkmal zu Ehren des berühmten Höhlenforschers E. A. Martell und eines weiteren Speläologen, Louis Armand (unten). Das hübsche Monument stammt aus dem Jahr 1927 und ist mit Original-Tropfsteinen aus Causse-Höhlen geschmückt.

Der Causse Méjean in der Nähe der Höhle - man kommt sich wirklich allein vor... Eingeblendet ein Bild des Höhlen-Apéritifs, Geschmacksrichtung Châtaigne, also Esskastanien. Wieder mal ein hübsches geologisches Souvenir für meine Sammlung!

 

Links ein altes Werbeplakat aus dem ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts, rechts ein aktuelles Bilder der berühmten Stalagmiten.

Und dies war das Loch im Boden, mit dem alles begann. Hier seilten sich die Forscher ab, in eine ungewisse Dunkelheit...

 

Bilder aus dem riesigen Höhlendom, Bilder von Stalagmiten und Sintervorhängen - eine einmalige Stimmung herrscht hier!

Die von uns untersuchten limnischen Ablagerungen des Perm führen eine interessante Flora (vor allem Gymnospermen wie Lebachia und Walchia: Zweige und Zapfen. Deutlich seltener sind Farne. Auch hochinteressante Fossilmarken wie Schleifspuren, Kolkmarken, Rippeln usw. können wir finden und natürlich auch Lebensspuren wie Trittsiegel oder Schwimmspuren.

Die Halden am ehemaligen Steinbruch oberhalb von Lodève sind einigermaßen ausgedehnt, aber natürlich oberflächlich abgesammelt. Dass schöne Pflanzenfossilien frei sichtbar herumliegen, darf man nicht erwarten. Man muss also spalten, vielleicht auch ein wenig im Hang graben, um ein paar größere Blöcke oder Platten zum Aufspalten zu finden.

Gabo sammelt nicht, aber sie malt mir ein Bildchen mit einem frohen Sammler, der einen Koniferen-Ast hält.

 

  

Bei der Exkursion 2009 gesammelte Stücke: Oben zwei Zapfen - links Sammlung Käthi Stopper, rechts Sammlung Heinz Hochreiner. Links unten eine Platte mit Koniferen-Ästchen und einem Farn, rechts unten ein geologischer Beleg: Trockenrisse (beide Sammlung A.E.R.).

Ein von Bernd Sendzik bei einer früheren Exkursion gefundene Platte mit vielen Zweigen und diversen Zapfen -
ein Glücksfund der ganz besonderen Art!

Das nun war ein besonders interessanter Fund: Eine Platte mit der Schwimmspur eines kleinen Reptils, das abweichend der gewünschten Schwimmrichtung abgetrieben wurde. Wir sehen mehrere Trittsiegel links und ein Trittsiegel auf der rechten Seite einer feinen Linie. Was ist die Linie wohl? Ganz richtig, die Schleifspur des Schwanzes! Sowas findet man nun wirklich nur selten. Siehe auch LEITFOSSIL.de (2009): Was schwimmt denn da?  (Andreas E. Richter; 20.5.2009; Funde; 5 S., 4 Abb.). Plattenbreite ca. 23,5 Zentimeter. Sammlung A.E.R.

Natürlich gibt es auch hier allerlei an Pflanzen und Tieren zu beobachten. Oben links eine Fangschrecke (Gottesanbeterin; Mantis religiosa), oben rechts ein Gelber Mohn (Glaucium flavum) und unten ein Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia).

Lodève ist eine betriebsame Kleinstadt mit Midi-Atmosphäre, unterhalb des steilen Abstiegs vom Larzac gelegen. Hier ein schöner Blick auf die Stadt. Der Turm der Kathedrale überragt die Bürgerhäuser ganz deutlich, wie es ja auch sein soll
im Sinne der Kirche.

Wir werden ein wenig Zeit haben zum Bummeln. Man sollte auch das schöne Museum besuchen; es hat eine gute geologisch-paläontologische Abteilung. Hier wie eigentlich in allen Orten wieder schöne Fotomotive, oft unspektakulär wie die folgenden Bilder, aber dennoch sehr reizvoll.

Wir hatten unsere Zeit zu einem schnellen Mittagessen genutzt, in einer Kneipe am Platz, und was soll ich sagen -
das war ein ganz großartiges Essen!


Und dann sind die Exkursionstage vorbei und es gilt Abschied zu nehmen. Wir müssen heimwärts fahren - schön ist das schon, aber etwas Wehmut ist auch dabei... Die wunderbaren Tage mit Freunden in einem großartigen Land sind vorüber.

 


Seitenanfang
Impressum